Erkenntnis Nr. G66/90 im Verfassungsgerichtshof, 12. Oktober 1990
Angeknüpft als:
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Zusammenfassung
Keine Gleichheitswidrigkeit der aufgrund des "abgestuften Bevölkerungsschlüssels" erfolgten Verteilung der Abgabenerträge des Bundes an die Gemeinden; weiter Gestaltungsspielraum des Finanzausgleichsgesetzgebers; Unabdingbarkeit der Finanzausgleichsverhandlungen zwischen den Gebietskörperschaften; nur schrittweise Änderung nicht mehr sachgerechter finanzausgleichsrechtlicher Regelungen; keine eindeutige Klärung der Zusammenhänge zwischen den einer Gemeinde erwachsenden Kosten und der Bevölkerungszahl; künftige Abänderung der Tarifsprünge an den Stufenübergängen bzw Abgehen vom "abgestuften Bevölkerungsschlüssel" möglich; keine verfassungswidrige Benachteiligung der Zweitwohnsitzgemeinden
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Auszug
Erkenntnis Nr. G66/90 im Verfassungsgerichtshof, 12. Oktober 1990
Gericht
VerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum12.10.1990GeschäftszahlG66/90Sammlungsnummer12505LeitsatzKeine Gleichheitswidrigkeit der aufgrund des "abgestuften Bevölkerungsschlüssels" erfolgten Verteilung der Abgabenerträge des Bundes an die Gemeinden; weiter Gestaltungsspielraum des Finanzausgleichsgesetzgebers; Unabdingbarkeit der Finanzausgleichsverhandlungen zwischen den Gebietskörperschaften; nur schrittweise Ãnderung nicht mehr sachgerechter finanzausgleichsrechtlicher Regelungen; keine eindeutige Klärung der Zusammenhänge zwischen den einer Gemeinde erwachsenden Kosten und der Bevölkerungszahl; künftige Abänderung der Tarifsprünge an den Stufenübergängen bzw Abgehen vom "abgestuften Bevölkerungsschlüssel" möglich; keine verfassungswidrige Benachteiligung der ZweitwohnsitzgemeindenSpruchDer Antrag wird abgewiesen.BegründungEntscheidungsgründe:I.  1. Die Niederösterreichische Landesregierung stellt aufgrund ihres Beschlusses vom 27. März 1990 gemäà Art140 Abs1 B-VG den Antrag, der Verfassungsgerichtshof wolle die folgenden Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 29. November 1988, BGBl. 687, mit dem der Finanzausgleich für die Jahre 1989 bis 1992 geregelt wird und sonstige finanzausgleichsrechtliche Bestimmungen getroffen werden (Finanzausgleichsgesetz 1989 - FAG 1989), aufheben:§8 Abs2 Z2§8 Abs2 Z4§8 Abs2 Z5§8 Abs2 Z7§8 Abs2 Z8§8 Abs2 Z9§8 Abs3§9 letzter Satz§10 Abs2 letzter Satz§10 Abs3§20 Abs1§21 Abs1 zweiter Satz§21 Abs2 Z2§21 Abs5§21 Abs6§21 Abs8§22 Abs1 Z2 zweiter Satz§22 Abs1 Z5 zweiter und dritter Satz§23 Abs4.2. Die angefochtenen Bestimmungen des FAG 1989 lauten in ihrem Zusammenhang (die bekämpften Vorschriften sind hervorgehoben):"§8. (1) Die Erträge der im §7 Abs1 angeführten gemeinschaftlichen Bundesgaben mit Ausnahme des Kulturgroschens, der Energieverbrauchsabgabe und der Spielbankabgabe werden zwischen dem Bund, den Ländern (Wien als Land) und den Gemeinden (Wien als Gemeinde) in folgendem Hundertsatzverhältnis geteilt:Bund   Länder  GemeindenVeranlagte Einkommensteuer einschlieÃlich Abzugsteuer            48,582  27,385   24,033Lohnsteuer                            63,167  20,649   16,184Kapitalertragsteuer I                 19,891  13,352   66,757Kapitalertragsteuer II                47,000  30,000   23,000Umsatzsteuer                          69,412  18,793   11,795Biersteuer                            17,000  57,000   26,000Abgabe von alkoholischen Getränken    40,000  30,000   30,000Mineralölsteuer                       88,559   8,638    2,803Erbschafts- und Schenkungssteuer      70,000  30,000     --Grunderwerbsteuer                      4,000    --     96,000Bodenwertabgabe                        4,000    --     96,000Kraftfahrzeugsteuer                   50,000  50,000     --Kunstförderungsbeitrag                70,000  30,000     --(2) Die Teile der Erträge der gemeinschaftlichen Bundesabgaben, die gemäà Abs1 auf die Länder und Gemeinden entfallen, werden auf die Länder und länderweise auf die Gemeinden nach den folgenden Schlüsseln aufgeteilt:1. bei der veranlagten Einkommensteuer einschlieÃlich Abzugsteuer auf die Länder 26,702 Hundertteile nach dem örtlichen Aufkommen und 0,683 Hundertteile nach den länderweisen Anteilen der Gemeinden an den gemeinschaftlichen Bundesabgaben ohne Spielbankabgabe; auf die Gemeinden zu drei Fünfteln nach dem länderweisen Aufkommen an dieser Steuer und zu zwei Fünfteln nach dem länderweisen Aufkommen an Gewerbesteuer (nach dem Gewerbeertrag und dem Gewerbekapital);2. bei der Lohnsteuer auf die Länder 20,229 Hundertteile nach der Volkszahl und 0,420 Hundertteile nach den länderweisen Anteilen der Gemeinden an den gemeinschaftlichen Bundesabgaben ohne Spielbankabgabe; auf die Gemeinden nach dem abgestuften Bevölkerungsschlüssel;3. bei der Kapitalertragsteuer I auf die Länder und Gemeinden, bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer und bei der Kraftfahrzeugsteuer auf die Länder und bei der Grunderwerbsteuer und der Bodenwertabgabe auf die Gemeinden nach dem örtlichen Aufkommen;4. bei der Kapitalertragsteuer II auf die Länder 21 Hundertteile nach der Volkszahl und 9 Hundertteile nach dem örtlichen Aufkommen an veranlagter Einkommensteuer einschlieÃlich Abzugsteuer; auf die Gemeinden nach dem abgestuften Bevölkerungsschlüssel;5. bei der Umsatzsteuer auf die Länder 17,978 Hundertteile nach der Volkszahl, 0,545 Hundertteile zu einem Sechstel auf Wien als Land und zu fünf Sechsteln auf die Länder ohne Wien nach der V...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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