Erkenntnis Nr. G44/85,G132/85,G133/85,G134/85,G135/85,G136/85,G137/85,G138/85, G145/85,G150/85,G158/85,G159/85,G161/85,G162/85 im Verfassungsgerichtshof, 16. Oktober 1985
Angeknüpft als:
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Zusammenfassung
F-AG; die FinanzausgleichsGe 1948 bis 1985 berücksichtigen entgegen dem Gebot des §4 F-VG 1948 nicht die besonderen Belastungen, die den Städten mit eigenem Statut ohne Bundespolizeibehörde (Krems und Waidhofen an der Ybbs) durch die von ihnen zu tragenden Kosten für die Besorgung der dem Bund obliegenden Aufgaben auf dem Gebiete des öffentlichen Sicherheitswesens (Art10 Abs1 Z7 B-VG) und der Angelegenheiten des Kraftfahrwesens (Art10 Abs1 Z9 B-VG) erwachsen; Bedachtnahme auf diese Sachverhalte in Form einer unmittelbar anwendbaren, spezifischen gesetzlichen Regelung ist geboten
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Auszug
Erkenntnis Nr. G44/85,G132/85,G133/85,G134/85,G135/85,G136/85,G137/85,G138/85, G145/85,G150/85,G158/85,G159/85,G161/85,G162/85 im Verfassungsgerichtshof, 16. Oktober 1985
Gericht
VerfassungsgerichtshofEntscheidungsdatum16.10.1985GeschäftszahlG44/85,G132/85,G133/85,G134/85,G135/85,G136/85,G137/85,G138/85, G145/85,G150/85,G158/85,G159/85,G161/85,G162/85Sammlungsnummer10633LeitsatzF-AG; die FinanzausgleichsGe 1948 bis 1985 berücksichtigen entgegen dem Gebot des §4 F-VG 1948 nicht die besonderen Belastungen, die den Städten mit eigenem Statut ohne Bundespolizeibehörde (Krems und Waidhofen an der Ybbs) durch die von ihnen zu tragenden Kosten für die Besorgung der dem Bund obliegenden Aufgaben auf dem Gebiete des öffentlichen Sicherheitswesens (Art10 Abs1 Z7 B-VG) und der Angelegenheiten des Kraftfahrwesens (Art10 Abs1 Z9 B-VG) erwachsen; Bedachtnahme auf diese Sachverhalte in Form einer unmittelbar anwendbaren, spezifischen gesetzlichen Regelung ist gebotenSpruch1. Verfassungwidrig waren:§4 Finanzausgleichsgesetz 1948, BGBl. 46/1948,§4 Finanzausgleichsgesetz 1950, BGBl. 36/1950 sowohl in der Stammfassung als auch idF der Finanzausgleichsnov. 1952, BGBl. 18/1952,§4 Finanzausgleichsgesetz 1953, BGBl. 225/1952 in der Stammfassung sowie §4 und §13 Abs4 dieses Gesetzes idF der Finanzausgleichsnov. 1955, BGBl. 9/1955,§4 und §13 Abs4 Finanzausgleichsgesetz 1956, BGBl. 153/1955,§4 und §13 Abs4 und 5 Finanzausgleichsgesetz 1959, BGBl. 97/1959 sowohl in der Stammfassung als auch idF der Finanzausgleichsnov. 1964, BGBl. 263/1963,§§9, 17 und 18 Finanzausgleichsgesetz 1967, BGBl. 2/1967,§§8, 17 und 18 Finanzausgleichsgesetz 1973, BGBl. 445/1972, und schließlich§§8, 20 und 21 Finanzausgleichsgesetz 1979, BGBl. 673/1978, in der Stammfassung sowie §8 dieses Gesetzes idF der Finanzausgleichsgesetznov. 1981, BGBl. 569/1981.2. §8 Finanzausgleichsgesetz 1985, BGBl. 544/1984, wird als verfassungswidrig aufgehoben.Frühere gesetzliche Bestimmungen treten nicht wieder in Wirksamkeit.Die Aufhebung tritt mit Ablauf des 30. September 1986 in Kraft.3. Der Bundeskanzler ist zur unverzüglichen Kundmachung dieser Aussprüche im BGBl. verpflichtet.BegründungEntscheidungsgründe:I. 1. a) Beim VfGH ist zu A5/83 eine Klage der Stadtgemeinde Krems anhängig.Die Stadtgemeinde Krems besorgt als Stadt mit eigenem Statut (Art116 Abs3 B-VG und §1 Abs1 Kremser Stadtrecht 1977, Nö. LGBl. 1010-4) neben den Aufgaben der Gemeindeverwaltung auch jene der Bezirksverwaltung (Art116 Abs3 letzter Satz B-VG und §1 Abs2 Kremser Stadtrecht 1977). Da in der Stadtgemeinde Krems eine Bundespolizeibehörde nicht errichtet (V der Bundesregierung BGBl. 690/1976) ist, vollziehen ihre Organe daher ua. auch die im §3 der V BGBl.74/1946 angeführten, nach Art10 Abs1 Z7 B-VG dem Bund obliegenden Aufgaben auf dem Gebiete des öffentlichen Sicherheitswesens (s. §15 Abs2 BehÜG) sowie die Angelegenheiten des Kraftfahrwesens (Art10 Abs1 Z9 B-VG).Die Stadtgemeinde Krems enthält vom Bund neben den Zuwendungen aus dem Finanzausgleich keine gesonderten Geldleistungen für diese Tätigkeiten. Mit der erwähnten Klage wird der Ersatz der durch diese Tätigkeiten erwachsenden Aufwendungen für den Zeitraum vom 1. Jänner 1948 bis 31. Dezember 1981 begehrt.Die klagende Partei regt der Sache nach an, von amtswegen ein Verfahren zur Prüfung der Verfassungsmäßigkeit des §8 Abs3 dritter Satz des FAG 1979 einzuleiten.b) Bei der Beurteilung des VfGH über die vorliegende Klage sind Bedenken ob der Verfassungsmäßigkeit der §§8, 20 und 21 FAG 1979, BGBl. 673/1978, sowie der Vorgänger dieser Bestimmung entstanden.Der VfGH beschloß aus Anlaß dieser Klage, gemäß Art140 Abs1 B-VG von amtswegen ein Verfahren zur Prüfung der Verfassungsmäßigkeitdes §4 Finanzausgleichsgesetz 1948, BGBl. 46/1948,des §4 Finanzausgleichsgesetz 1950, BGBl. 36/1950 in der Stammfassung und idF der Finanzausgleichsnov. 1952, BGBl. 18/1952,des §4 Finanzausgleichsgesetz 1953, BGBl. 225/1952 in der Stammfassung sowie des §4 und des §13 Abs4 dieses Gesetzes idF der Finanzausgleichsnov. 1955, BGBl. 9/1955,des §4 und des §13 Abs4 Finanzausgleichsgesetz 1956, BGBl. 153/1955,des §4 und des §13 Abs4 und 5 Finanzausgleichsgesetz 1959, BGBl. 97/1959 in der Stammfassung und idF der Finanzausgleichsnov. 1964, BGBl. 263/1963,des §9 sowie der §§17 und 18 Finanzausgleichsgesetz 1967, BGBl. 2/1967,des §8 sowie der §§17 und 18 Finanzausgleichsgesetz 1973, BGBl. 445/1972, unddes §8 sowie der §§20 und 21 Finanzausgleichsgesetz 1979, BGBl. 673/1978,einzuleiten (G44/85).2. a) Weiters sind beim VfGH zu A15/83, A59/83, A6/84, A7/84, A8/84 (Klagebegehren ab 1. Jänner 1982), A54/83 (Klagebegeh...Siehe den Gesamtinhalt dieses Dokumentes
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