Entscheidungs 24Ds6/20x. OGH, 18-01-2021

Datum der Entscheidung:2021/01/18
 
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Kopf

Der Oberste Gerichtshof als Disziplinargericht für Rechtsanwälte und Rechtsanwaltsanwärter hat am 18. Jänner 2021 durch die Senatspräsidentin des Obersten Gerichtshofs Mag. Hetlinger als Vorsitzende, den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofs Dr. Hopf als weiteren Richter sowie die Rechtsanwälte Dr. Kreissl und Dr. Bartl als Anwaltsrichter in der Disziplinarsache gegen *****, Rechtsanwalt in *****, wegen der Disziplinarvergehen der Verletzung von Berufspflichten sowie der Beeinträchtigung der Ehre oder des Ansehens des Standes nach § 1 Abs 1 DSt über die Beschwerde des Kammeranwalts gegen den Beschluss des Disziplinarrats der Steiermärkischen Rechtsanwaltskammer vom 11. Dezember 2019, GZ D 41/19-7, nach Anhörung der Generalprokuratur nichtöffentlich (§ 62 Abs 1 zweiter Satz OGH-Geo 2019) den

Beschluss

gefasst:

Spruch

In Stattgebung der Beschwerde wird der angefochtene Beschluss dahin abgeändert, dass Grund zur Disziplinarbehandlung in mündlicher Verhandlung hinsichtlich des Verdachts vorliegt, ***** habe in dem von der M***** GmbH gegen die R***** B***** GmbH angestrengten Besitzstörungsverfahren, AZ ***** des Bezirksgerichts Liezen, als Klagevertreter eine Bevollmächtigung der ***** Rechtsanwälte GmbH durch die beklagte Partei mutwillig bestritten und den einschreitenden Rechtsanwälten unrichtige Berufung auf eine tatsächlich nicht erteilte Vollmacht, Täuschung des Gerichts und somit (zumindest) disziplinäres Fehlverhalten vorgeworfen.

Text

Gründe:

[1] Dem Verfahren liegt eine – vom Ausschuss der Rechtsanwaltskammer an den Kammeranwalt weitergeleitete – Beschwerde der ***** Rechtsanwälte GmbH (unterfertigt von Rechtsanwalt *****) vom 14. Juni 2019 gegen Rechtsanwalt ***** zugrunde, wonach dieser als Klagevertreter im Besitzstörungsverfahren der M***** GmbH gegen die R***** B***** GmbH, AZ ***** des Bezirksgerichts Liezen, die von der R***** B***** GmbH der ***** Rechtsanwälte GmbH erteilte Vollmacht und die Substitutionsvollmacht des für diese in der Verhandlung am 3. Juni 2019 einschreitenden Rechtsanwalts ***** mutwillig bestritten habe (AZ 2019/0262 in AZ KA 50/2019).

[2] In seiner Stellungnahme vom 1. Juli 2019 stellte der Disziplinarbeschuldigte – im Wesentlichen unter Wiederholung seines im Besitzstörungsverfahren erstatteten Vorbringens – eine mutwillige oder willkürliche Bestreitung der Vollmacht in Abrede.

[3] Mit dem angefochtenen Beschluss stellte der Disziplinarrat der Steiermärkischen Rechtsanwaltskammer fest, dass kein Grund zur Disziplinarbehandlung von Rechtsanwalt ***** (erkennbar:) wegen des Verdachts vorliege, er habe durch das aus dem Spruch ersichtliche Verhalten schuldhaft die Pflichten seines Berufs verletzt und die Ehre oder das Ansehen des Standes beeinträchtigt.

[4] Nach der Begründung dieser Entscheidung ersuchte die ***** Rechtsanwälte GmbH mit Schreiben vom 21. Mai 2019 Rechtsanwalt ***** „für unsere Mandantin R***** B***** GmbH“ im Verfahren AZ ***** des Bezirksgerichts Liezen die...

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