Entscheidungstexte nº B422/2013. VfGH. 13-06-2013

Datum der Entscheidung:2013/06/13
ZUSAMMENFASSUNG

Glücksspiel, ne bis in idem, Doppelbestrafungsverbot, Verwaltungsstrafrecht, Strafen, Zusammentre... (siehe vollständigen Auszug)

 
KOSTENLOSER AUSZUG
VERFASSUNGSGERICHTSHOF
Verfassungsgerichtshof
Freyung 8, A-1010 Wien
www.verfassungsgerichtshof.at
B 422/2013-9
13.06.2013
IM NAMEN DER REPUBLIK !
Der Verfassungsgerichtshof hat unter dem Vorsitz des
Präsidenten
Dr. Gerhart HOLZINGER,
in Anwesenheit der Vizepräsidentin
Dr. Brigitte BIERLEIN
und der Mitglieder
Dr. Markus ACHATZ,
Dr. Sieglinde GAHLEITNER,
DDr. Christoph GRABENWARTER,
Dr. Christoph HERBST,
Dr. Michael HOLOUBEK,
Dr. Claudia KAHR,
Dr. Georg LIENBACHER,
Dr. Rudolf MÜLLER,
Dr. Johannes SCHNIZER und
Dr. Ingrid SIESS-SCHERZ
sowie der Ersatzmitglieder
Dr. Nikolaus BACHLER und
Dr. Irmgard GRISS
als Stimmführer, im Beisein der Sc hriftführerin
Mag. Elke DANNER,
B 422/2013-9
13.06.2013
2 von 17
in der Beschwerdesache des ****** *******, ***** ***** ****** *****, ****
*******, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Patrick RUTH, Kapuzinergasse 8/4,
6020 Innsbruck, gegen den Bescheid des Unabhängigen Verwaltungssenats im
Land Niederösterreich vom 14.02.2013, Z Senat-NK-11-1208, in seiner heutigen
nichtöffentlichen Sitzung gemäß Art. 144 B-VG zu Recht erkannt:
I. Der Beschwerdeführer ist durch den angefochtenen Bescheid im verfas-
sungsgesetzlich gewährleisteten Recht gemäß Art. 4 Abs. 1 des 7. ZPEMRK,
wegen derselben Sache nicht zweimal bestraft zu werden, verletzt worden.
Der Bescheid wird aufgehoben.
II. Der Bund (Bundesministerin für Finanzen) ist schuldig, dem Beschwerdefüh-
rer zuhanden seines Rechtsvertreters die mit € 2.640,– bestimmten
Prozesskosten binnen 14 Tagen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.
Entscheidungsgründe
I. Sachverhalt, Beschwerdevorbringen, Vorverfahren
1. Im Zuge einer Kontrolle fanden Organe der zuständigen Abgabenbehörde am
2. Dezember 2010 in einem näher bezeichneten Lokal zwei betriebsbereite und
eingeschaltete Glücksspielautomaten mit der Gehäusebezeichnung A-P&E As-
sembling Production & Evolution (virtueller Walzenspiela utomat mit der
Bezeichnung "Pelican's Pearl") bzw. A-P&E Assembling Production & Evolution
(virtueller Walzenspielautomat mit der Bezeichnung "Golden Aces"), welche
jeweils mit einem festgestellten Mindesteinsatz von € 0,25 und einem festge-
stellten Höchsteinsatz von € 10,50 pro Spiel bespielbar waren. Mit
Straferkenntnis vom 9. November 2011 erkannte der Bezirkshauptmann von
Neunkirchen den Beschwerdeführer für schuldig, als nach außen berufener
Vertreter der Eigentümerin der beiden Glücksspielautomaten zur Teilnahme vom
Inland aus verbotene Ausspielungen im Sinne des § 2 Abs. 4 des Bundesgesetzes
zur Regelung des Glücksspielwesens (Glücksspielgesetz – GSpG), BGBl. 620/1989,
in der Fassung BGBl. I 111/2010, veranstaltet zu haben. Aus diesem Grund ver-
1

Um weiterzulesen

FORDERN SIE IHR PROBEABO AN