Entscheidungstexte nº V18/2019 ua. VfGH. 24-06-2021

ECLIECLI:AT:VFGH:2021:V18.2019
VERFASSUNGSGERICHTSHOF
Verfassungsgerichtshof
Freyung 8, A-1010 Wien
www.verfassungsgerichtshof.at
V 18-19/2019-15
24. Juni 2021
IM NAMEN DER REPUBLIK!
Der Verfassungsgerichtshof hat unter dem Vorsitz der Vizepräsidentin
Dr. Verena MADNER,
in Anwesenheit der Mitglieder
Dr. Markus ACHATZ,
Dr. Sieglinde GAHLEITNER,
Dr. Andreas HAUER,
Dr. Christoph HERBST,
Dr. Michael HOLOUBEK,
Dr. Helmut HÖRTENHUBER,
Dr. Claudia KAHR,
Dr. Georg LIENBACHER,
Dr. Michael RAMI,
Dr. Johannes SCHNIZER und
Dr. Ingrid SIESS-SCHERZ
sowie des Ersatzmitgliedes
MMag. Dr. Barbara LEITL-STAUDINGER
als Stimmführer, im Beisein der verfassungsrechtlichen Mitarbeiterin
Dr. Maria-Theresia RAPPERSBERGER
als Schriftführerin,
V 18-19/2019-15
24.06.2021
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über den Antrag des LANDESVOLKSANWALTES VON VORARLBERG, 1. die Ände-
rung des Flächenwidmungsplanes der Stadt Dornbirn, beschlossen von der
Stadtvertretung Dornbirn am 5. Februar 2015, aufsichtsbehördlich genehmigt
mit Bescheid der Vorarlberger Landesregierung vom 12. März 2015, kundge-
macht durch Anschlag an der Amtstafel vom 19. März bis 13. April 2015, soweit
sie sich auf die Grundstücke Nr. 21239, 21240, 21242 und 21243, alle KG 92001
Dornbirn, bezieht, und 2. die 174. Änderung des Flächenwidmungsplanes der
Stadt Dornbirn, beschlossen von der Stadtvertretung der Stadt Dornbirn am
13. Oktober 2016, aufsichtsbehördlich genehmigt mit Bescheid der Vorarlberger
Landesregierung vom 30. November 2016, kundgemacht durch Anschlag an der
Amtstafel vom 19. Dezember 2016 bis 3. Jänner 2017, soweit sie sich auf die
Grundstücke Nr. 21240 und 21243, beide KG 92001 Dornbirn, bezieht, als ge-
setzwidrig aufzuheben, in seiner heutigen nichtöffentlichen Sitzung gemäß
Art. 139 B-VG zu Recht erkannt:
I. Die Änderung des Flächenwidmungsplanes der Stadt Dornbirn, beschlossen
von der Stadtvertretung Dornbirn am 5. Februar 2015, aufsichtsbehördlich
genehmigt mit Bescheid der Vorarlberger Landesregierung vom 12. März
2015, kundgemacht durch Anschlag an der Amtstafel vom 19. März bis
13. April 2015, soweit sie sich auf die Grundstücke Nr. 21239, 21240, 21242
und 21243, alle KG 92001 Dornbirn, bezieht, und
die 174. Änderung des Flächenwidmungsplanes der Stadt Dornbirn, be-
schlossen von der Stadtvertretung der Stadt Dornbirn am 13. Oktober 2016,
aufsichtsbehördlich genehmigt mit Bescheid der Vorarlberger Landesregie-
rung vom 30. November 2016, kundgemacht durch Anschlag an der Amtsta-
fel vom 19. Dezember 2016 bis 3. Jänner 2017, soweit sie sich auf die
Grundstücke Nr. 21240 und 21243, beide KG 92001 Dornbirn, bezieht,
werden als gesetzwidrig aufgehoben.
II. Die Vorarlberger Landesregierung ist zur unverzüglichen Kundmachung
dieser Aufhebungen im Vorarlberger Landesgesetzblatt verpflichtet.
V 18-19/2019-15
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Entscheidungsgründe
I. Antrag
Mit dem vorliegenden, auf Art. 139 Abs. 1 Z 6 B-VG gestützten Antrag begehrt
der Landesvolksanwalt von Vorarlberg,
den "Flächenwidmungsplan der Stadt Dornbirn in der Fassung der Kundma-
chung der Stadt Dornbirn vom 19.03.2015 auf Grund des Beschlusses der
Stadtvertretung der Stadt Dornbirn vom 05.02.2015 und der Genehmigung
der Vorarlberger Landesregierung vom 12.03.2015, ZI Vlla-602.20, soweit er
sich auf die Grundstücke Nr. 21239, 21240, 21242 und 21243, alle KG 92001
Dornbirn, bezieht", und
den "Flächenwidmungsplan der Stadt Dornbirn in der Fassung der Kundma-
chung der Stadt Dornbirn vom 19.12.2016 auf Grund des Beschlusses der
Stadtvertretung der Stadt Dornbirn vom 13.10.2016 und der Genehmigung
der Vorarlberger Landesregierung vom 30.11.2016, ZI Vlla-50.030.20, soweit
er sich auf die Grundstücke Nr. 21240 und 21243, beide KG 92001 Dornbirn,
bezieht",
als gesetzwidrig aufzuheben.
II. Rechtslage
1. Die maßgeblichen Bestimmungen des Vorarlberger Raumplanungsgesetzes
(Vbg. RPG), LGBl. 39/1996, idF LGBl. 28/2011, wie sie zum Zeitpunkt der Ände-
rung des Flächenwidmungsplanes der Stadt Dornbirn mit Beschluss der Stadtver-
tretung der Stadt Dornbirn vom 5. Februar 2015 in Kraft waren, lauteten:
"[…]
§ 2
Raumplanungsziele
(1) Die Raumplanung hat eine dem allgemeinen Besten dienende Gesamtgestal-
tung des Landesgebiets anzustreben.
(2) Ziele der Raumplanung sind
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