Entscheidungstexte nº G440/2015 ua. VfGH. 08-03-2016

ECLIECLI:AT:VFGH:2016:G440.2015
Date08 n 2016
VERFASSUNGSGERICHTSHOF
Verfassungsgerichtshof
Freyung 8, A-1010 Wien
www.verfassungsgerichtshof.at
G 440/2015-14*
8. März 2016
IM NAMEN DER REPUBLIK!
Der Verfassungsgerichtshof hat unter dem Vorsitz des
Präsidenten
Dr. Gerhart HOLZINGER,
in Anwesenheit der Vizepräsidentin
Dr. Brigitte BIERLEIN
und der Mitglieder
Dr. Markus ACHATZ,
Mag. Dr. Eleonore BERCHTOLD-OSTERMANN,
Dr. Sieglinde GAHLEITNER,
DDr. Christoph GRABENWARTER,
Dr. Christoph HERBST,
Dr. Michael HOLOUBEK,
Dr. Helmut HÖRTENHUBER,
Dr. Claudia KAHR,
Dr. Georg LIENBACHER,
Dr. Rudolf MÜLLER,
Dr. Johannes SCHNIZER und
Dr. Ingrid SIESS-SCHERZ
als Stimmführer, im Beisein des verfassungsrechtlichen Mitarbeiters
Mag. Gernot FRIEDL
als Schriftführer,
G 440/2015-14*
08.03.2016
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über die Anträge des VERWALTUNGSGERICHTSHOFES sowie die Anträge des
BUNDESVERWALTUNGSGERICHTES, § 9 Abs. 2 Z 3 des Bundesgesetzes über die
Gewährung von Asyl (Asylgesetz 2005 AsylG 2005), BGBl. I 100 idF BGBl. I
122/2009, als verfassungswidrig aufzuheben, in seiner heutigen nichtöffentlichen
Sitzung gemäß Art. 140 B-VG zu Recht erkannt:
Die Anträge werden abgewiesen.
Entscheidungsgründe
I. Anträge
Mit den vorliegenden, auf Art. 140 Abs. 1 Z 1 lit. a B-VG gestützten Anträgen
begehrt der Verwaltungsgerichtshof, § 9 Abs. 2 Z 3 des Bundesgesetzes über die
Gewährung von Asyl (Asylgesetz 2005 AsylG 2005), BGBl. I 100 idF BGBl. I
122/2009, als verfassungswidrig aufzuheben (protokolliert zu G 440/2015,
G 13/2016 und G 28/2016). Das Bundesverwaltungsgericht begehrt mit seinen
auf Art. 140 Abs. 1 Z 1 lit. a B-VG gestützten Anträgen (protokolliert zu
G 543/2015, G 590/2015, G 638/2015, G 643/2015, G 652/2015, G 668/2015 und
G 37/2016) ebenfalls die Aufhebung des § 9 Abs. 2 Z 3 leg.cit. sowie in eventu
(mit Ausnahme des zu G 37/2016 protokollierten Antrages) die Aufhebung des
§ 8 Abs. 3a leg.cit.
II. Rechtsvorschriften
Die im vorliegenden Fall maßgeblichen Rechtsvorschriften lauten wie folgt (die
angefochtenen Gesetzesbestimmungen sind hervorgehoben):
1. § 8 Abs. 3a AsylG 2005, BGBl. I 100 idF BGBl. I 122/2009, lautet:
"(3a) Ist ein Antrag auf internationalen Schutz bezüglich der Zuerkennung des
Status des subsidiär Schutzberechtigten nicht schon mangels einer Vorausset-
zung gemäß Abs. 1 oder aus den Gründen des Abs. 3 oder 6 abzuweisen, so hat
eine Abweisung auch dann zu erfolgen, wenn ein Aberkennungsgrund gemäß § 9
Abs. 2 vorliegt. Diesfalls ist die Abweisung mit der Feststellung zu verbinden, dass
eine Zurückweisung, Zurückschiebung oder Abschiebung des Fremden in seinen
Herkunftsstaat unzulässig ist, da dies eine reale Gefahr einer Verletzung von
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